Die Leute wollen Tango, Tango und immer mehr Tango tanzen, meinte Ruben de Lapuente, Chef der Uruquay Tango Show. Bei der dritten Potsdamer Tangonacht
merkte man dem Trio, das aus Montevideo kommt, die Spielfreude an. Nelson Lagos mit dunkler Gesangsstimme setzte vor allem auf Temperament und zog damit die Zuhörer in seinen Bann. Doch
vorherrschend war eindeutig die Tanzlust der Gäste. Es wurde zu den lateinamerikanischen Klängen getanzt, was das Zeug hielt. Keine Anfangsscheu, kein Zögern der Unsicherheit die
Tänzer aus Potsdam und Berlin zeigten, dass Tango mehr als Bewegung, das er der Ausdruck eines Lebensgefühls ist. Das
Wetter erwies sich ebenfalls als ausgesprochen tangoverliebt, denn es war nach einem strahlenden Sommertag nächtlich mild und ließ zusammen mit dem schönen Ambiente des Potsdamer Neuen Marktes
vergessen, dass man sich in nördlichen Breiten befand. Von der schönen Umgebung wurde durchweg wieder geschwärmt. Lapuente nannte den Platz phantastisch, das Quinteto Arrabal aus Berlin hatte es
sich nicht nehmen lassen, bereits zum zweiten Mal dabei zu sein und wurde mit langanhaltendem Applaus nach seinen Darbietungen belohnt.
Sehr stimmungsvoll, fasste Thilo Burkhard, Bassist des Quintetos Arrabal den Eindruck des Abends zusammen. Störend
war einzig der Aufbau des Zeltes für die Musiker direkt vor den restaurierten Fassade des Kutschstalles. Es sollte, so einige Besucher, bei künftigen Veranstaltungen weitere Tangonächte
sind geplant mehr an die Seite gerückt werden, zumal dort genug Platz vorhanden ist. Schade auch, dass es nicht mehr die Lichtspiele der Laterna magica wie bei
der ersten Tangonacht gab. Sie waren ein besonderes Highlight bei der Illuminierung des Platzes und der umliegenden Häuser.
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Das Musikertrio aus Uruquay nebst Sänger und Tanzpaar ist, bevor es in diesem Jahr nach Potsdam kam, schon um die ganze Welt getourt,
trat in 40 Städten in 25 Ländern auf. Die Touren reichten von Süd- und Nordamerika über Japan, Schweden und Italien und werden bis nach Israel und den Sinai führen. Der Auftritt in
Potsdam war gleichzeitig die Deutschlandpremiere. Und Lapuente hatte noch eine Premiere auf Lager, eine Tangoneuschöpfung als Komposition und als Tanz. Das Tanzpaar Alessandro und Adriana zeigte ihn er ganz in Schwarz, sie in weißem kurzem Fransenrock und glitzerndem schwarzem Oberteil als neu einstudierten
Tango mit Showeffekten. Ansonsten wurde jedesmal in neuem Outfit klassischer Tango getanzt. Die beiden Tänzer hatten wie das Quinteto ebenfalls ihren zweiten Auftritt
in Potsdam, waren schon bei der ersten Tangonacht dabei, wirkten aber diesmal gelöster und es machte offensichtlich nicht nur ihnen Spass, dem Tango
geschmeidige Form zu geben.
Auch die Gäste belohnten beifallsfreudig die Vorführungen, waren allerdings selbst so tanzwütig, dass ein Auftritt locker in
der Menge verschwand. Alessandro und Adriana nahmen es lachend zur Kenntnis. Die große Tangofamilie verband die Musik und eben ein Lebensgefühl. Die überwiegende
Mehrzahl der Abendgäste hat sich ähnlich wie Marion, Riccarda und Alexander aus Berlin dem Tango schon seit längerem verschrieben und hatte vorab Tanzstunden absolviert.
Tango ist eine Passion, meinte Marion, der die Nacht auf dem Potsdamer Neuen Markt sehr gefiel. Es werde Musik gespielt, zu der man sich gut bewegen könne, fanden alle Drei, nichts
Hochgestochenes, aber gute Livemusik und das mache nebst dem Ambiente die Stimmung aus.
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